Der Bio-Haff Baltes in Stegen ist ein echter Familienbetrieb. Vater Daniel Baltes führt den Hof gemeinsam mit seinem Sohn Kristof und ihren beiden Frauen. Der Betrieb siedelte 1995 aus dem Dorfkern in Stegen an den Rand des Dorfes aus und baute dort ihre Aktivität komplett neu auf. Heute ist der Hof ein vielseitiger Betrieb mit Ziegenzucht, Limousin Mutterkuhhaltung und Islandpferden. Besonders bemerkenswert ist der konsequente Weg, den Daniel eingeschlagen hat: Im Jahr 2000 stellte er den Hof auf biologische Landwirtschaft um, 2007 folgte der mutige Schritt in die Ziegenhaltung. Ein Großteil des Familieneinkommens stammt inzwischen aus dem Verkauf von Ziegenkäse – ein für Luxemburg ungewöhnliches, aber erfolgreiches Modell bäuerlicher Diversifizierung, das sich über die Jahre bewährt hat.
Herzstück des Bio-Haff Baltes ist die Ziegenkäseproduktion. Rund 180 Weiße Deutsche Edelziegen – eine Abstammung der Saanenziege, bekannt für hohe Milchleistung – werden zweimal täglich gemolken. Pro Tier kommen übers Jahr etwa 600 bis 650 Liter Milch zusammen. Aus dieser Milch entsteht in der hofeigenen Käserei ein breites Sortiment: Frischkäse, Weichkäse und Schnittkäse, insgesamt 20 bis 25 Produkte. Vater und Sohn legen bewusst Wert auf Eigenständigkeit – ein „hundertster Gouda“ kam für sie nie in Frage. Stattdessen setzen sie auf Produkte, die es so noch nicht auf dem Markt gab. Der gesamte Produktionsweg liegt in eigener Hand: von der Milch bis zum fertigen Käse. Diese Kontrolle beschreibt die Familie als eine der größten Quellen ihrer Zufriedenheit.
Auch beim Futter setzt der Bio-Haff Baltes auf Eigenständigkeit: Das gesamte Grundfutter für die Ziegen stammt von den hofeigenen Flächen. Besonders ist die hauseigene Heutrocknungsanlage, mit der das Heu schonend getrocknet wird. Das frisch gemähte Gras wird per Ladewagen in die Trocknungshalle gebracht, per Kran in die Trocknungsboxen verteilt und mit erwärmter Luft binnen zwei bis drei Tagen zu hochwertigem Heu verarbeitet. So entsteht sogenannte Heumilch – ein Qualitätsmerkmal, das sich auch im Geschmack des Käses widerspiegelt. Diese Ausrichtung auf Qualität und Unabhängigkeit prägt den gesamten Betrieb. Daniel Baltes blickt zufrieden zurück: Aus einer kleinen Herde von 40 Tieren ist ein florierender Betrieb mit fast 200 Ziegen geworden – ein Beweis, dass sich Mut zur Nische auszahlt.
Der Spaß am Käsemachen kommt daher, dass wir alles selbst machen – von der Milch bis zum fertigen Produkt. Das gibt enorme Genugtuung.







